Brasilianische Frauen Kapitel 5 (Andressa)
- peterhirschi
- 31. Jan. 2016
- 6 Min. Lesezeit
Es war mal wieder Februar und der Carnaval stand vor der Tür. Nun dachte ich ja immer, Carnaval ist Samba ohne Ende, schöne Frauen in prächtigen Kleidern oder, noch besser, schöne Frauen in praktisch gar keinen Kleidern ..
Denkste .. hier, mitten in Brasilien (geografisch gesehen), ist Carnaval bestenfalls eine Showband, verbunden mit einem massiv erhöhten Alkoholkonsum. Es gibt „Som Automotivo“ und "Festa" ohne Ende. Und dies ist wörtlich zu nehmen. Nicht selten ist der Krach der "Som Automitivo's" Stadt weit bis in die frühen Morgenstunden zu vernehmen.
„Som Automotivo“ sind übrigens Autos deren Stereoanlage oft doppelt so teuer ist wie das Auto selbst. Voll bepackt mit allen Formen von Lautsprechern. Riesige Bässe im Kofferraum und bis zu 20 Mittel- und Hochtöner in den Seitentüren. Diese Autos werden dann in Serie geschaltet, also alle miteinander verbunden. 5, 10 oder gar 15 Autos. Und alle spielen die gleiche „bum bum“ Musik. Sofern man das Musik nennen kann. Und natürlich ist es laut .. sehr laut ..
Dafür sind die Frauen am Carnaval noch ausgelassener, freizügiger und noch kontaktfreudiger als sonst. Die ganze Stadt ist Nacht für Nacht auf der Strasse. Der Duft der Grillstände mit Espetinhos (Fleischspiess) und vielen anderen Köstlichkeiten liegt in der Luft und vermischt sich mit der Fröhlichkeit der Menge. Der Alkohol tut sein übriges und es wäre wirklich schwer in dieser Zeit keine Begleitung zu finden. Und sei es auch nur zum Spass für eine Nacht.
Und dann gibt’s noch diese „Groupo’s“ und „Tourma’s“. Den genauen Unterschied habe ich bis heute nicht richtig begriffen.
Eine „Tourma“ sind eine Gruppe von Personen welche alle die gleichen T-Shirts tragen. Und natürlich gibt man der „Tourma“ einen Namen welcher auf das T-Shirt aufgedruckt ist. Ich habe mich als Sponsor einer „Tourma“ breitschlagen lassen welche den Namen „Creu-Creu“ hatte. Dafür wurde auch mein Name auf die Rückseite der 30 T-Shirts gedruckt. Und wem der gleichnamige Song „Creu-Creu“ bekannt ist kann sich auch vorstellen was damit gemeint ist.
Und natürlich ging die „Tourma“ immer gemeinsam auf die Strasse. Bereits am zweiten Abend habe ich dann Andressa kennen gelernt. Sie war ebenfalls in unserer „Tourma“ und bemühte sich immer in der Nähe von mir und Garciella zu sein. Und wenn immer Garciella uns den Rücken zukehrte schenkte sie mir ein bezauberndes und vielversprechendes Lächeln. Und natürlich konnte ich es nicht lassen dieses bezaubernde Lächeln zu erwidern.
Nun muss man wissen, dass es in Brasilien ein Gesetz gibt, welches besagt, dass wenn man mit einer Freundin mehr als 2 Jahre zusammen ist und diese Beziehung eine Konkubinat ähnliche Form hatte, die Frau bei einer Trennung die gleichen Rechte hat als wenn man verheiratet gewesen wäre. Man muss nicht mal im gleichen Haushalt gelebt haben. Eine monatliche Unterstützung der Frau genügt bereits. Sie bekommt bei einer Trennung das Recht auf eine Abfindung was bis zur Hälfte des Vermögens des Mannes sein kann. Es ist hauptsächlich gedacht um die Frauen zu schützen da eine Heirat auf Papier oft aus finanziellen Gründen nicht in Frage kommt. Aber wie so oft hier geht der Schuss nach hinten los und es verwundert somit nicht, dass die reichen Fazendeiros ihre Zweitfrauen spätestens alle 1-2 Jahre auswechseln.
Wie erwähnt war ich mit Garciella nun knapp zwei Jahre zusammen und dieses Gesetz gab mir schon länger zu denken. Zumal sich unsere Gemeinsamkeiten auf die „Handlichkeit“ (siehe vorherige Kapitel) beschränkten und ich keine wirkliche Zukunft sah.
Ein kleiner Streit zwischen Garciella und mir wegen einer Belanglosigkeit, die laute Musik, der Alkohol, die Carnaval Stimmung und die zeitweilige Abwesenheit von Garciella nach dem Streit liessen Andressa eindeutiger werden.
Es lief ausnahmsweise gerade keine bum bum Musik sondern eine Art Samba. Sie schmiegte sich im Rhythmus der Musik mit ihrer knappen Bekleidung an meine Seite und meinte „o que voce quer com essa mulhere feia“ (was willst du mit dieser hässlichen frau) .. nun ja, dachte ich, hässlich ist sie ja nicht gerade .. „eu sei fazer voce feliz“ (ich kann dich glücklich machen) .. daran hatte ich keinerlei Zweifel ..
Die Nacht war lang und es gab noch einige andere solche Annäherungen welche mich in echte Versuchung führten. Gerade das „Creu-Creu“, welches an diesem Carnaval DER Hit war, wurde mit eindeutigen Hüftbewegungen untermalt welche sie stets in meine Richtung ausführte. Und sie konnte diese Bewegungen wirklich gut …
Als es schon fast wieder hell wurde lud uns Andressa ein am kommenden Abend ein kleines Fest in kleiner Runde bei ihr zu Hause zu veranstalten. Ich sagte begeistert zu .. Garciella fügte sich ..
Das Fest setzte sich zusammen aus lauter Musik, Skol, Whiskey mit Agua de Coco (Kokosnuss Wasser) und jede Menge doppeldeutigen Bemerkungen und Blicken seitens Andressa. Und natürlich bemerkte Garciella was da lief. Sie ergriff die Initiative und zeigte allen demonstrativ zu wem ich gehörte. Mir kam instinktiv das Wort „Klettverschluss“ in den Sinn .. Der Alkohol tat sein Übriges und als sie sich dann Wortwörtlich am Tisch mit eindeutigen Bewegungen auf mich drauf setzte wurde es mir dann doch zu bunt. Ich beendete den Abend und wir gingen nach Hause.
Nun sind Brasilianische Frauen sehr totalitär. Sie sind entweder extrem wütend, extrem fröhlich, jemandem extrem zugetan oder extrem abweisend. Garciella war extrem wütend … Aber ich habe gelernt, dass es am einfachsten ist wenn man ihnen einfach recht gibt (egal für was) und die ausufernde Wortwahl einfach ignoriert. Mit einem kurzen „estou com sono, vou dormir“ (bin müde, gehe schlafen) konnte ich das Spektakel beenden.
Ich muss zugeben, dass auch ich zu der Sorte Mann gehöre welcher entweder eine neue Beziehung eingeht um eine Alte zu vergessen, oder eine Bestehende beendet wenn eine neue bereits ansteht. Letzteres war nun der Fall.
Der Carnaval ging zu Ende und damit auch die Beziehung mit Garciella. Unnötig zu erwähnen, dass ich ab dem Zeitpunkt für sie der letzte Abschaum war. Wie gesagt, Brasilianische Frauen sind sehr totalitär.
Ein paar Tage danach rief ich Andressa an.
Die Stadt hier in Brasilien ist eine Kleinstadt auf dem Lande. Es gibt noch immer nur 2-3 Gringos in der Stadt. Und natürlich sind die Geschichten der Gringos, ob nun wahr oder nicht, ein guter Gesprächsstoff. Man nennt dies Fofocas (Gerüchte). Und diese Fofocas verbreiten sich in Windeseile. Ich konnte also davon ausgehen, dass Andressa über mich und Garciella Bescheid wusste.
Sie war mir am Telefon wie erwartet auch sehr zugetan und wir verabredeten uns für den Abend in einer Bar. Gut dachte ich, gehen wir es also langsam an. Der Ausdruck „langsam angehen“ bekam jedoch an diesem Abend eine ganz neue Bedeutung …
Andressa hat zwei Kinder deren Vater, nun ich vermute mal, unbekannt ist. Sie ist, wie ich später erfahren habe, kein unbeschriebenes Blatt und bekannt dafür sich das zu angeln und auch zu bekommen was sie will. Und bei ihrem Aussehen war das jeweils sicher auch nicht schwer.
Das Treffen in der Bar lief recht gut an. Sie war bereits da und begrüsste mich mit einem bezaubernden Lächeln. Ihre langen, gekrausten Haare, der Schalk in ihren Augen und die etwas rauhe Stimme betörten meine Sinne. Ich hätte ihr stundenlang nur zuhören und sie ansehen können, was ich natürlich nicht tat. Ich gab mein Bestes der Stimmung den richtigen Schwung zu verleihen.
Zwar verliessen wir die Bar dann auch gut gelaunt recht schnell und gingen gleich zu ihr nach Hause. Nunja, dachte ich ... dann halt ohne Heimvorteil. Aber .. nicht um wie erwartet die Zweisamkeit auf dem Höhepunkt der Stimmung zu geniessen, nein, was uns erwartete waren ihre zwei Kinder. Sie hätte keine „Baba“ (Betreuerin) gefunden und wir müssten sie nun ins Bett bringen. Toll … mein Stimmungsbarometer sank rapide.
Nun hab ich ja nichts gegen Kinder. Im Gegenteil, ich mag Kinder sehr. Aber gleich beim ersten Date?? Hätte sie das nicht etwas anders organisieren können?
Nun ist es in Brasilien oftmals so, dass die Kinder meist keinen geregelten Tagesablauf haben. Sie werden erst dann ins Bett gebracht wenn sie übermüdet auf dem Boden einschlafen. Und das kann dauern … So auch an diesem Abend.
Als dann gegen ein Uhr morgens endlich Ruhe eingekehrt war, war die erotische Stimmung im Eimer. Ich war müde und hätte eigentlich nach Hause gehen sollen. Dummerweise liess ich mich jedoch vom ihrem nahezu perfekten Körper und der betörenden Stimme überzeugen mich in's Schlafzimmer zu begeben. Jedoch, wie soll ich es sagen ... der Rest des Abends war, gelinde gesagt, eine mittlere Katastrophe. Für beide Seiten. Ich ging von mir selbst und von ihr enttäuscht nach Hause.
In den nächsten Tagen kam dann die ganz grosse Ernüchterung. Sie gab mir, für Brasilianische Verhältnisse, recht eindeutig zu verstehen, dass es zwar „recht nett“ war mal einen Gringo auszuprobieren, mehr wollte und wolle sie jedoch nicht. Super ... da hatte ich ja den "richtigen" Eindruck hinterlassen.
Tja, da stand ich nun .. die Eine hatte ich im Regen stehen lassen und die Andere liess mich im Regen stehen. Und die Fofocas in Bezug auf Beziehung und Bettgeschichten, verbreitet von Garciella und Andressa, taten ihr Übriges um meinen Ruf „Seriös“ zu demontieren.
Fortsetzung folgt …

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